Kaninchen

Kaninchen gibt es in allen Formen und Größen: Kaninchen mit aufrechten oder Hängeohren, Kaninchen mit längeren oder kurzen Haaren, kleine Kaninchen mit einem Gewicht von etwa einem Kilo und große Kaninchen bis zu acht Kilo! Kaninchen sind sehr gesellig und leben in der freien Natur in Familiengruppen und in Kolonien zusammen. Für eine gute Haltung von Kaninchen gilt es einiges zu beachten.

Haltung

Um Kaninchen artgerecht zu halten, ist es wichtig, ihr natürliches Verhalten und Bedürfnisse zu kennen.

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Kaninchen sind soziale Tiere und dürfen nicht alleine gehalten werden sondern immer in Gruppen, zum Beispiel ein kastriertes Männchen und ein bis drei Weibchen, zwei kastrierte Männchen und zwei bis vier Weibchen oder eine Gruppe aus mehreren frühkastrierten Böcken. Ein Meerschweinen ist kein Ersatz für ein einzelnes Kaninchen, von der gemeinsamen Haltung wird durch den Tierschutz eher abgeraten.
Kaninchen sind Beute- respektive Fluchttiere und sehr anfällige auf Stress. Deshalb ist es wichtig, dass sie mehrere Verstecke in ihrem Gehege haben. Weiter sollte das Gehege gross und hoch genug sein, damit sie springen, hoppeln und Haken schlagen können, erhöhte Flächen und Möglichkeiten zum Graben aufweisen. Der Schweizer Tierschutz empfiehlt für die Freilandhaltung von Kaninchen eine Mindestfläche von 6 m2, mit einer Höhe von mindestens 70 cm für 2 bis 4 Tiere. Kaninchen leben natürlicherweise draußen, wenn sie also seit dem Sommer draußen sind, können sie den Winter gut überleben solange sie einen gut isolierten Stall haben.

Fütterung

Früher dachte man immer, das Kaninchen viel Material zum Nagen benötigen. Mittlerweile weiss man, dass sie Gras- und Blattfresser sind und harte Nahrung Zahnprobleme verursachen kann.

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Kaninchen ernähren sich natürlicherweise von frischer rohfaserreicher Nahrung wie Gras, Kräutern und Wurzeln. Daher sollte die Nahrung mehrheitlich aus Gras, Blättern, Kräutern und feinem Heu bestehen, ergänzt mit ein wenig frischem Gemüse und sehr selten einem Hauch von Obst. Körner, Pellets und Äste sind zu hart und können Schäden an den Zahnwurzeln verursachen. Kaninchen brauchen stets Zugang zu frischem Wasser in Schälchen. Von Wasserflaschen ist grundsätzlich abzuraten.
Die meisten gesundheitlichen Probleme bei Kaninchen sehen wir mit den Zähnen, dem Verdauungsapparat und der Blase. Dies macht deutlich wie wichtig eine gute Ernährung für das Wohlergehen von Kaninchen ist.

Fortpflanzung

...wie die Karnickel! Wenn man nicht regulierend eingreift pflanzen sich Kaninchen sehr schnell fort.

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Kaninchen werden schon mit ca. 8 bis 10 Wochen geschlechtsreif. Weibliche Kaninchen können mehrere Würfe pro Jahr haben und sind direkt nach der Geburt wieder paarungsbereit. Männliche Tiere sollten am besten vor dem Erreichen der Geschlechtsreife kastriert werden, d.h. mit einem Alter von ca. 8 bis 10 Wochen. Das Bestimmen des Geschlechts kann in den ersten Lebenswochen manchmal allerdings schwierig sein. Weibliche Tiere können auch kastriert werden und da ältere, unkastrierte weibliche Kaninchen ein relativ hohes Risiko für Gebärmutterkrebs haben, wird die Kastration bei weiblichen Tieren zur Krebsprävention empfohlen.

Vergesellschaftung

So herzig wie sie aussehen, so verbissen können sich fremde Kaninchen bekämpfen. Das Vergesellschaften von Kaninchen kann eine ziemliche Herausforderung darstellen.

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Da Kaninchen territoriale Tiere sind, kann es schwierig sein erwachsene Tiere zusammenzuführen. Gewöhnen sie die Tiere an einem neutralen Ort langsam aneinander. Stellen sie zwei Käfige nebeneinander auf, so dass sich die Tiere sehen und riechen aber nicht verletzen können. Wechseln sie die Tiere alle paar Tage vom einen in den anderen Käfig und bringen sie sie schlussendlich an einem für beide neutralen Ort zueinander, z. B. im Badzimmer oder auf dem Gang und bleiben sie unbedingt dabei. So können sie eingreifen, sollte es doch zu Kämpfen kommen.
Für mehr Informationen empfehlen wir die Publikationen vom schweizerischen Tierschutz: http://www.tierschutz.com/publikationen/heimtiere/mb_kleintiere.html