Hunde

Vorsorge

Weil Vorbeugen besser ist als Heilen! Die Prävention von Krankheiten spart unseren Haustieren viel Leid und am Ende oft viel Geld. Denn obwohl die Vorsorge auch nicht kostenlos ist, kostet die Behandlung eines kranken Tieres oft viel mehr.

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Gute Vorsorge für Ihr Haustier ist Teamwork. Sie sorgen für ausreichende Bewegung, gute Ernährung, möglichst wenig Stress und ausreichend Möglichkeiten um natürliches Verhalten zu zeigen und riskante Situationen zu vermeiden. Wir unterstützen Sie und Ihr Tier im medizinischen Bereich, unter anderem durch regelmäßige Gesundheitskontrollen, Impfungen, Parasitenbekämpfung, Zahnreinigung und eventuell Kastration.

Grundsätzlich wird vor jeder Impfung ein kompletter Gesundheitsuntersuch ausgeführt. Während der Gesundheitsuntersuchungen wird Ihr Haustier gründlich von vorne bis hinten kontrolliert. Ab einem gewissen Alter empfehlen wir regelmässige weiterführende Untersuchungen wie z.B. Blut- und Urinkontrollen oder eine Blutdruckmessung. Auf diese Weise werden Probleme frühzeitig erkannt und können Behandlungen rechtzeitig eingeleitet werden um Folgeschäden vorzubeugen.

Impfungen

Impfungen schützen Ihren Hund vor einer Reihe schwerwiegender ansteckenden Krankheiten. Ziel der Impfungen ist es, dass ein Tier nicht oder zumindest weniger schwer krank wird wenn es mit einem Krankheitserreger in Kontakt kommt.

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Impfungen gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose und Zwingerhusten werden für alle Hunde empfohlen um sie gegen diese teils tödlichen Krankheiten zu schützen. Ob es sinnvoll ist, noch zusätzliche Impfungen durchzuführen, wie z. B. die intranasale Zwingerhustenimpfung oder die Tollwutimpfung, ist abhängig von der Lebenssituation Ihres Hundes. Die Tollwutimpfung muss mindestens drei Wochen vor einem geplanten Auslandaufenthalt gemacht werden.

Impfungen wirken besser bei Tieren, die keine Wurminfektionen haben. Es ist daher ratsam, Ihren Hund ein bis zwei Wochen vor der Impfung zu entwurmen. Impfungen sind auch bei Tieren mit einer akuten Krankheit weniger wirksam und können den Gesundheitszustand noch verschlechtern. Deshalb wird Ihr Hund vor jeder Impfung zuerst vom Tierarzt komplett untersucht.

Die Grundimpfungen bewirken eine Schutz gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose und Zwingerhusten. Ab dem Alter von acht Wochen wird ein Welpe alle drei bis vier Wochen geimpft bis er 16 Wochen alt ist und danach wieder wenn er ein Jahr alt wird. Erwachsene Hunde werden jedes Jahr geimpft, allerdings sind nicht jedes Jahr alle Impfungen notwendig. Abhängig von der Impfvorgeschichte von Ihrem Hund weiss ihr Tierarzt gegen welche Krankheiten Ihr Hund geimpft werden muss.

Obwohl die Impfung von Hunden fast immer gut vertragen wird, kann es vereinzelt zu Nebenwirkungen kommen. Dazu gehörten z.B. Schmerzen oder eine Schwellung an der Injektionsstelle, Fieber und allgemeines Unwohlsein. Diese Probleme sind meistens nur vorübergehend und leicht behandelbar.

Hier finden Sie Impfempfehlungen der Schweizerischen Vereinigung für Kleintiermedizin.
https://www.svk-asmpa.ch/images/pdf/tierarzt/Impfempfehlungen_SVK_ASMPA.pdf

Hier finden Sie die Impfempfehlungen der World Small Animal Veterinary Association.
https://wsava.org/wp-content/uploads/2020/01/WSAVA-Vaccination-Guidelines-2015.pdf

Titerbestimmung

Hat ein Tier genügend Abwehrkörper, so ist eine Impfung überflüssig. Den Gehalt an Abwehrkörpern ist messbar, dies nennt man Titer.

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Die durch die Impfung verursachte Abwehr gegen Krankheitserreger bleibt nicht bei jedem Tier gleich lang bestehen. Um zu wissen ob Ihr Tier ausreichend geschützt ist und es aber auch nicht übermäßig zu impfen, ist es möglich den Gehalt an Antikörpern im Blut zu messen. Wenn noch genügend Antikörper vorhanden sind, ist eine neue Impfung überhaupt nicht erforderlich. Dieser Test ist zuverlässig für Parvovirose, Staupe und Hepatitis, aber nicht für Leptospirose und Zwingerhusten.

Wurminfektionen

Hunde können mit verschiedenen Arten von Würmern befallen sein. Gesunde erwachsene Hunde entwickeln eher selten deutliche Symptome aber Welpen können schwerwiegend betroffen sein.

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Symptome von Wurmbefall sind ein schlechter Fell- und Pflegezustand, aufgeblähter Bauch, Durchfall, Erbrechen oder Gewichtsverlust. Es gibt jedoch auch Würmer, die Probleme in anderen Organen verursachen können, beispielsweise im Herzen oder in der Lunge.

Welpen können schon vor der Geburt mit Spulwürmern infiziert sein. Spulwürmer sind auch ansteckend für den Menschen, deshalb ist es besonders wichtig um Welpen besonders häufig zu entwurmen. Zwischen 2 und 8 Wochen werden sie am besten alle 2 Wochen entwurmt, gefolgt von einer monatlichen Entwurmung bis zum Alter von 6 Monaten. Hunden älter als sechs Monate sollten mindestens alle drei Monate entwurmt werden.

Hunden mit einem erhöhtem Infektionsrisiko, z. B. weil sie rohes Fleisch oder kleine Wildnager fressen, sowie Hunde mit engem Kontakt zu Kindern oder immungeschwächten Personen sollten häufiger entwurmt werden. Da Flöhe Bandwürmer übertragen hilft eine lückenlose Flohprophylaxe auch um Wurmbefall vorzubeugen.

Flöhe & Zecken

Flöhe und Zecken sind Parasiten, die sich vom Blut ihres Wirtes ernähren. Flöhe verursachen Symptome von juckenden Pusteln bis zu ausgedehnten allergischen Reaktionen und können Bandwürmer übertragen. Durch Zecken können Hunde mit einer Reihe gefährlicher Krankheiten wie z.B. Lyme-Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose oder Anaplasmose infiziert werden.

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Es gibt viele verschiedene Mittel gegen Flöhe und Zecken, leider sind nicht alle gleich effektiv. Bestimmte Antiflohmedikamente für Hunde sind für Katzen sehr giftig. Bei Zweifel beraten wir Sie gerne in der Praxis. Da Flöhe ihre Eier nicht auf dem Tier sondern in dessen Umgebung legen, muss dessen Lebensumfeld gründlich gereinigt oder eventuell mit einem Antiflohmittel mitbehandelt werden.

Nach einem Zeckenbiss dauert es Stunden bis Tage ehe es zur Übertragung von Erregern kommt. Deshalb müssen vorhandene Zecken schnell und korrekt entfernt werden. Verwenden Sie hierfür am besten ein Werkzeug wie eine Zeckenpinzette oder einen Zeckenhaken. Die Zecke sollte so nah wie möglich an der Haut gehalten und vorsichtig aus der Haut herausgezogen werden. Es ist wichtig, dass die Zecke nicht gequetscht wird und dadurch Krankheitserreger in den Stichkanal gedrückt werden. Auch Öl, Alkohol, Klebstoff oder Äther sollten nicht zum Einsatz kommen.

Zähne

Zahnprobleme sind äußerst häufig und schmerzhaft, dies obwohl Hunde selten Anzeichen von Schmerzen zeigen. Bakterien von Infektionen im Maul können sich im ganzen Körper ausbreiten. Deshalb ist eine gute Zahnhygiene bei Tieren genauso wichtig für ihre Gesundheit wie bei uns!

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Zahnstein entsteht durch Aushärten von Zahnbelag und verursacht zunächst eine Entzündung des Zahnfleisches. Diese Entzündungen können schließlich zu Schädigungen des Kieferknochens führen. Bakterien aus dem entzündeten Zahnfleisch können auch über das Blut in andere Organe gelangen und dort schwere Entzündungen verursachen. Je früher ein Zahnproblem behandelt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Schädigung.

Zahnsteinbildung kann am besten durch tägliches Zahneputzen bekämpft werden. Die Gebisshygiene kann zusätzlich durch Futtermittel und Kauartikel unterstützt werden. Neu ist auch ein Futtermittelzusatz auf Algenbasis erhältlich. Zahnstein kann dadurch bis zu einem gewissen Grad aufgeweicht werden und unangenehmer Mundgeruch wird bekämpft.

Hat sich einmal Zahnstein gebildet, erfordert dies allerdings meistens eine zahnärztliche Behandlung in der Tierarztpraxis. Während dieser Behandlung werden die Zähne unter Vollnarkose gereinigt und jeder Zahn einzeln kontrolliert. Wenn der Zahnhalteapparat angegriffen ist muss der betroffene Zahn gezogen werden. Dies ist ein aufwändiger Prozess, aber einige Tage nach der Operation wird ihr Hund endlich wieder schmerzfrei fressen können. Am Ende des Eingriffes werden die noch vorhandenen Zähne poliert, um die Bildung von neuem Zahnstein zu verlangsamen. Hunde mit kurzer Schnauze und kleine Hunde sind besonders anfällig für Zahnsteinbildung und benötigen zum Teil jährlich eine professionelle Zahnreinigungen.

Hier finden Sie Empfehlungen der Schweizerischen Vereinigung für Kleintiermedizin zu Zahngesundheit bei Kleintieren.
https://www.svk-asmpa.ch/images/positionspapiere/positionspapier-svk-asmpa-Zahnhygiene.pdf

Kastration des Rüden

Früher wurden viele Rüden selbstverständlich vor dem Erreichen der Pubertät kastriert. Heute sehen wir das etwas nuancierter und beurteilen die Vor- und Nachteile bei jedem Hund individuell.

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Die Kastration eines männlichen Hundes kann bei bestimmten Erkrankungen wie Prostataproblemen und Tumoren erforderlich sein. Auch bei ungewünschtem Verhalten das unter dem Einfluss von Testosteron auftritt, beispielsweise bei Streunen wenn eine läufige Hündin in der Nähe ist, kann eine Kastration hilfreich sein. Die Kastration ist aber kein Wundermittel gegen aggressives Verhalten sondern kann dieses, je nach Ursache, sogar verstärken.

Da die Kastration nicht rückgängig gemacht werden kann, empfehlen wir immer zuerst eine chemische Kastration dessen Wirkung nach einigen Monaten wieder verschwindet. So wird ersichtlich ob eine Kastration auch wirklich den gewünschten Effekt hat. Bei manchen Rüden genügt eine chemische Kastration während der Pubertät und ist danach nicht mehr nötig.

Mögliche Nachteile der Kastration sind, dass kastrierte Rüden leichter übergewichtig und träge werden. Bei bestimmten Rassen kann sich das Fell verändern und unsichere Hunde können noch unsicherer werden. Besprechen Sie eine Kastration vorgängig mit uns, wir beraten Sie gerne!

Hier finden Sie Empfehlungen der Schweizerischen Vereinigung für Kleintiermedizin zu Kastrationen bei Kleintieren
https://www.svk-asmpa.ch/images/positionspapiere/positionspapier-SVK-ASMPA-kastration-bei-hunden-und-katzen.pdf

Kastration der Hündin

Bei den meisten Hündinnen empfehlen wir eine Kastration bis vor der zweiten Läufigkeit, da dies gesundheitlichen Vorteile mit sich bringt. Je nach Rasse, Gewicht und Alter kann es aber auch einige negativen Effekte geben wobei die Vorteile normalerweise deutlich überwiegen.

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Die Kastration bei der Hündin verhindert unerwünschten Nachwuchs, Läufigkeit und Scheinträchtigkeit. Wird eine Hündin vor oder einige Monate nach ihrer ersten Läufigkeit kastriert, verringert sich ihr Risiko auf Mammatumoren und Gebärmutterentzündungen eindeutig. Dieses Risiko liegt bei nicht kastrierten Hündinnen bei ca. 25%, was ein Grund ist weshalb kastrierte Hunde und Katzen länger leben als unkastrierte.

In neueren Studien wurden Hinweise gefunden, dass kastrierte Hündinnen ein leicht erhöhtes Risiko für Gelenksprobleme und Knochentumoren haben. Vor allem grosse, frühkastrierte Hündinnen können eine Harninkontinenz entwickeln, welche normalerweise medikamentös gut zu behandeln ist. Bei bestimmten Rassen kann sich auch das Fell verändern.